Gibt es überhaupt einen Mitarbeitermangel?

Wenn man dieser Frage nachgeht, erkennt man, wir hart umkämpft der Mitarbeitermarkt heute schon ist und in Zukunft noch werden wird. Der Mitarbeiter oder die Fachkraft sind ein rares Gut. Jeder braucht sie, jedoch nur wenige finden die richtigen Mitarbeiter.

Die IHS Studie, herausgegeben vom höheren Institut für höhere Studien in Wien, besagt, dass im Tourismus kein Fachkräftemangel herrscht. Laut der Messung der Studie herrscht nämlich nur dann Mangel, wenn sich der Preis erhöht. Die Löhne im Tourismusjobs scheinen demnach noch zu niedrig zu sein, um einen tatsächlichen Mangel erkennen zu lassen.

Und doch, der Ruf nach Fachkräften im Tourismus wird immer lauter. Verschiedenste Ansätze scheinen nicht zu greifen.

Außerdem wäre da noch der demografische Wandel, dessen Auswirkungen nicht mehr zu leugnen sind. Wir werden immer älter und zeitgleich gibt es immer weniger junge Menschen im arbeitsfähigen Alter. Das bedeutet für den Unternehmer, es werden künftig noch weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Der Fachkräftemonitor, der gemeinsam vom Land Tirol und dem Arbeitsmarktservice erstellt wurde, besagt, dass sich die Situation bis zum Jahr 2030 noch weiter verschärfen wird. Der Engpass wird sich demnach verdreifachen!

Das Tourismusland Österreich ist weltweit bekannt für seine Gastfreundschaft und die gute Ausbildung der Fachkräfte. Viele Gäste besuchen allein deshalb Österreich immer wieder. Die Umstrukturierung der Hotels von 3 auf 4 und 5 Sterne Betriebe verursacht, zeitgleich mit einer Qualitätssteigerung auch viel mehr „Manpower“.

Was also tun?

Was also ist zu tun, um die passenden Mitarbeiter für den jeweiligen Tourismusbetrieb zu finden und im Betrieb zu halten?
Zuallererst, muss der „Human Ressource Bereich“ in der Gastronomie deutlich ernster genommen werden. Viele Unternehmer messen nur Gewinn und Umsatz. Sie vergessen dabei aber, dass es ohne Mitarbeiter gar keine Umsätze geben würde.

Andere Branchen sind hier schon meilenweit voraus und holen sich die besten Fachkräfte am Markt ab. Sie zeigen vor, wie es gehen könnte.

Zu einem gelungenen Mitarbeiterkonzept gehört in erster Linie, sich die Unternehmenskultur anzusehen und bei Bedarf zu verändern. Es ist schwierig, wenn die Wunschkultur und die tatsächlich herrschende Kultur nicht übereinstimmen.
Die Mitarbeiterfluktuation* muss festgestellt und bei Bedarf verringert werden. Dies geschieht sowohl durch Mitarbeiterbindungsmaßnahmen, aber auch mit Retention*. Die wenigsten Unternehmer rechnen sich aus, wie teuer es ist, immer wieder neue Mitarbeiter suchen zu müssen.

Vermeiden Sie ungewollte Fluktuation!

Berücksichtigt man alle Kosten der Fluktuation, können dabei schnell zwischen 30 und 40 Prozent, bei Fachkräften sogar bis zu 50 Prozent eines Jahresgehaltes anfallen! Das sind keine kleinen Summen mehr. Deshalb ist es wichtig, ungewollte Fluktuation so niedrig wie möglich zu halten.

Ein Tipp: Nehmen Sie sich doch nach 14 Tagen der laufenden Saison die Zeit, mit jedem Mitarbeiter ein ehrliches Gespräch zu führen, um herauszufinden, wie der Arbeitsplatz gefällt?  Lassen Sie bei einem solchem Gespräch doch einfach mal fallen, wie gerne man den Mitarbeiter auch in der nächsten Saison beschäftigen würde! Eine wertschätzende Geste, die von Seiten des Mitarbeiters sicher nicht vergessen wird.

Aus und Weiterbildung ist wichtig!

Als nächstes gilt es in den eigenen Reihen Weiterbildungsprogramme zu installieren. Rein rationelle Beweggründe allein, halten den Mitarbeiter nicht lange. Wer wegen Geld kommt, wird auch wieder wegen Geld gehen.
Jedes Individuum hat andere Beweggründe, Motive, die Sie in Ihrem Unternehmen halten. Wenn Sie die Motive kennen und die auch zu Ihren Motiven passen, so ist die Bindung intensiver.

Viele Mitarbeiter geben laut Umfragen als Ausstiegsgrund fehlende Aufstiegschancen an. Sie möchten beruflich weiterkommen. Wenn das nicht in Ihrem Unternehmen möglich ist, dann steigt die Fluktuationsabsicht.  
Die geringen Aufstiegschancen in den meisten Hotels sind auch der Grund dafür, dass die Mitarbeiter aus dem Tourismus aussteigen und sich einen anderen Job suchen, in dem die Aufstiegschancen höher sind.

Stichwort Employer Branding!

Viele Unternehmer setzen heute auf „Employer Branding“ und investieren in eine isolierte Beratung, die Ihnen eine schnelle Umsetzung von Employer Branding und dadurch mehr Mitarbeiter verspricht. Seien Sie klüger und tun Sie das nicht!

Verstehen Sie mich nicht falsch: „Employer Branding“ ist wichtig und – professionell ausgeführt, eine wunderbare Maßnahme um Mitarbeiter zu rekrutieren und zu halten.
Allerdings braucht es für ein gelungenes „Employer Branding“ eine sehr intensive und gute Beratung die auf der Erstellung eines Gesamtkonzepts basiert. Dazu gehören u.a. die Unternehmenskultur, Mitarbeitermaßnahmen wie Bindung und Retention und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Ohne diese vorherigen Schritte wäre es so, als würden Sie ein Hotel bewerben, ohne Gästezimmer zu besitzen.  Jeder Kunde würde den Betrug sofort erkennen und das Hotel umgehend wieder verlassen.

Setzen Sie daher vor allem im Bereich „Human Ressource“ auf kompetente und ehrliche Beratung. Das wird unter den vorhergenannten Voraussetzungen in Zukunft noch wichtiger werden als bisher.

Thema Mitarbeiterbindung

Wenn wir aber immer weniger Mitarbeiter auf dem Markt vorfinden und der Kampf immer stärker zunimmt, so ergibt sich die Schlussfolgerung: Halten Sie Ihre Mitarbeiter!

Mitarbeiterbindung – und zwar die gewollte Bindung, wird immer wichtiger! Schon scharren die Mitbewerber an Ihren Türen und werben Ihre Fachkräfte ab. Wie auch immer das moralisch anzusehen ist, so ist es doch eine Tatsache.

Binden Sie deshalb Ihre Mitarbeiter an Ihr Unternehmen, denn das ist Ihr wertvollstes Gut.
Wie genau Mitarbeiterbindung entstehen kann, werde ich in einem eigenen Blog erklären. Und noch ein Tipp für Sie: Haben Sie den richtigen Mitarbeiter gefunden und ist der Vertrag unterzeichnet, dann befassen Sie sich intensiv mit Ihrem Onboarding Prozess.

Benötigen Sie professionelle Betreuung, bei Ihrer Mitarbeitersuche und Bindung? Dann sind Sie hier richtig! Ich freue mich auf Ihr email:  info@hm-tourismusconsulting.com

HM Consulting

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*Mitarbeiter Fluktuation: hierbei spricht man vom ungewollten Ausscheiden von Mitarbeitern. Je niedriger die Fluktuationsrate, desto besser ist Ihre innerbetriebliche Kultur.

*Retention:  Hierbei handelt es sich um Managementmaßnahmen, die den richtigen Mitarbeiter dazu bewegen, länger im Betrieb zu bleiben und dabei loyal und effizient zu arbeiten.