Die Auswirkungen der Corona Krise auf die Tourismusregionen in Österreich werden dramatisch und von ungeahntem Ausmaß sein. Hotels, Restaurants und Skigebiete wurden geschlossen.

Die Wirtschaft kommt nahezu zum Stillstand.
Für den Unternehmer eine unvorstellbare Hürde. Auch wenn die Gesundheit natürlich an erster Stelle steht, so ist doch die Sorge um das wirtschaftliche Überleben für jeden Unternehmer stets im Zentrum.

Eine Krise zeichnet sich dadurch aus, dass sie unerwartet eintrifft und eine gewisse Tragweite hat. Wir werden also von einer Krise überrascht – dadurch ist der Schock noch größer. In den ersten Stunden stellt sich deshalb eine Art Hilflosigkeit ein. Eine Krise muss aber nicht den Untergang für ein Unternehmen bedeuten – wenn man sich verantwortungsvoll und richtig verhält.

Wie aber reagiert man als Hotelier richtig während dieser Krise?

Der nachfolgende Blog soll Ihnen einige Möglichkeiten aufzeigen, wie man in Krisensituationen als Unternehmer richtig reagiert.

Zunächst muss Ihnen bewusst sein: Geschäftliche Unternehmungen sind immer mit Risiko verbunden. Wer kein Risiko eingehen möchte, der sollte sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen.

Das wissen alle Unternehmer, dennoch hofft man insgeheim, dass der Kelch an einem selbst vorüberzieht. In internationalen Krisen wie dieser Pandemie, kann man davon ausgehen, dass die Auswirkungen die gesamte Wirtschaft betreffen werden. Jede Krise birgt jedoch auch eine Chance in sich. Man kann aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, sich neu orientieren und somit das Unternehmen weiterentwickeln. 

Was Sie als Hotelier jetzt tun können

  1. Bewahren Sie Ruhe. Nur so können Sie sinnvoll und strukturiert vorgehen.
  2. Bestimmen Sie so schnell als möglich eine oder mehrere Personen, die ein Krisenmanagement Team bilden bzw. nehmen Sie sich dieser Angelegenheit selbst an. Es gibt viel zu tun und eigens dafür abgestellte „Krisenmanager“ können effektiver arbeiten, da sie nicht abgelenkt werden. Sie sind die direkten Ansprechpersonen und haben festgelegte Aufgabenbereiche.
  3. Kommunikation: eine der wichtigsten Dinge während der Krise und danach ist die Kommunikation. Als Hotelier haben Sie im ersten Schritt vor allem mit zwei Arten von Kommunikation zu tun.
    a) Kommunikation mit dem Kunden
    b) Kommunikation mit dem Mitarbeiter
  4. Kommunikation mit dem Kunden
    Mein Rat: Stellen Sie hierfür eine eigene Ansprechperson ab und bereiten Sie diese Person vor. Wahrscheinlich befindet sich in Ihrem Team kein geschulter Krisenmanager, aber bestimmt findet sich jemand mit genügend Fingerspitzengefühl für diese wichtige Aufgabe.

Der Kunde muss informiert werden über Stornobedingungen, Sicherheitsrisiken, Ansteckungsgefahren, richtiges Verhalten, Maßnahmen die von Seiten des Staats getroffen werden, Maßnahmen die im Hotel selbst getroffen wurden usw.
Diese Informationen gehen weit über den normalen E-Mail-Verkehr hinaus. Je mehr Information Sie Ihren Kunden geben, desto glaubwürdiger werden Sie als verantwortungsbewusster Unternehmer. Und das wird nach der Krise wichtiger als je zuvor.

Seien Sie großzügig! Der Kunde ist schon genug gestresst! Urlaubsstornierungen, Angst vor Ansteckung und die Ungewissheit führen zu Aggression. Wenn dazu noch lange Diskussionen bezüglich der Rückzahlung von Anzahlungen kommen, wird dieser Gast nie wieder Ihr Haus betreten.
Bieten sie stattdessen einen großzügigen Gutschein für den nächsten Urlaubsaufenthalt an. So gehen Sie sicher, dass der Gast nach der Krise wieder in Ihr Hotel zurückfindet.

Seien Sie ehrlich! Sagen Sie dem Kunden ehrlich, wie realistisch es ist, dass das Hotel in den nächsten Wochen wiedereröffnet.  Die meisten Gäste werden ohnehin stornieren, daher treffen Sie Entscheidungen und informieren Sie ihre Kunden rechtzeitig.

Informieren Sie laufend! Urlaubsnewsletter werden nun abgelöst durch Informationen, wie es weiter geht. Vergessen Sie dabei nicht, klar zu stellen, wie sicher Österreich als Urlaubsland ist und dass alle Maßnahmen, die getroffen werden, der Sicherheit des Volkes und der Gäste dienen. Berichten Sie ehrlich, aber positiv!

WICHTIG IST: Nur eine Person entscheidet, was geschrieben wird, welche Auskünfte gegeben werden und wie man in bestimmten Situationen reagiert. So können Missverständnisse und Falschauskünfte vermieden werden. Bereiten Sie einen Newsticker oder ähnliches vor – auch das ist eine Art von Kundenbindung.

5. Kommunikation mit dem Mitarbeiter

Auch hier gilt: Seien Sie ehrlich und großzügig.

Der Versuch, Mitarbeiter möglichst schnell und günstig los zu werden, wird sich rächen. Es ist legitim, Kosten sparen zu wollen, dennoch gibt es einen richtigen und einen falschen Weg, das zu tun.

Erklären Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeiten und Ihre Vorgangsweise in dieser Ausnahmesituation. Jeder wird Verständnis zeigen, wenn er ehrlich informiert wird.

Die Regierung hat sehr schnell reagiert mit einem Kurzarbeitszeitmodell speziell für die Corona Krise.

https://www.wko.at/service/faq-coronavirus-infos.html#heading_corona_kurzarbeit

Das wäre eine Möglichkeit, zumindest einen Teil Ihrer Mitarbeiter bis zum offiziellen Saisonsende zu behalten.
Die Krise wird vorüber gehen und Sie werden wieder Mitarbeiter benötigen.  Ein faires Vorgehen wird in Erinnerung bleiben.

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über den aktuellen Stand und halten Sie Sie auf dem Laufenden.

Bieten Sie Weiterbildungsmaßnahmen an: Jetzt wäre die Möglichkeit für Ihre Mitarbeiter eine Weiterbildung anzutreten. Es gibt viele Onlineschulungen, beispielsweise Sprachkurse, MS Office oder Ähnliches.

Erledigen Sie jetzt Dinge, die ständig aufgeschoben werden

Jeder kennt das, es ist nie genug Zeit für viele notwendige Arbeiten. Jetzt ist die Gelegenheit!

  • Weinkarte erneuern
  • Zimmermappe neues Outfit verpassen oder digitalisieren
  • Speisenkalkulationen vornehmen
  • SEO Management überarbeiten
  • Mitarbeiterprogramme bearbeiten (wie Zeitmanagement, Schulungen, Karriereplanungen, Einstellungskriterien uvm.)
  • Pauschalen überarbeiten
  • Marketingstrategien überlegen
  • USP überarbeiten
  • Balanced Score Card einführen
  • ……………

Bedanken Sie sich bei Ihrem Team! Die letzten Tage vor der Schließung haben nicht nur Sie, sondern auch Ihr Team gefordert.

Seien Sie kreativ! Nehmen Sie diese Krise zum Anlass um sich gemeinsam mit Ihrem Team in einer Facebook Gruppe oder ähnlichen darüber zu unterhalten, wie in Zukunft im Unternehmen besser und schneller auf Krisen reagiert werden kann.

Eröffnen Sie einen Zoom Meeting Raum: So können Sie persönlich und sicher mit allen Mitarbeitern kommunizieren. Die Einrichtung ist sehr einfach und kostenlos. Kommunikation wird sogar in Quarantäne einfach und ermöglicht raschen und persönlichen Kontakt.
Wie das geht, sehen Sie hier:  https://www.youtube.com/watch?v=cHdN_yhmQGQ&feature=youtu.be

 

6.Hilfe von der Regierung

Sehr schnell wurden finanzielle Hilfspakete in der Bundes- und Landesregierung beschlossen. Die ersten 4 Mrd. Euro wurden bereits aufgestockt und zahlreiche Hilfszuschüsse werden ständig weiter ausgearbeitet. Ein laufendes Update erhalten Sie hier:  https://www.wko.at/service/faq-coronavirus-infos.html#heading_Kompensation

Stellen Sie fest, welche der Förderungen, speziell für Ihr Unternehmen hilfreich ist. Fragen sie bei Unklarheiten auch bei Ihrem Steuerberater oder Ihrer Bank nach.Reichen Sie die Anträge möglichst schnell ein. Der Andrang auf die Fördersummen wird enorm sein.Klären Sie vorab genau, welche Zuschüsse Ihnen in der aktuellen Situation helfen. Denken Sie daran, Sie sind nicht allein betroffen.
Banken, Krankenkassen und Finanzamt haben in dieser Krise mehr Verständnis für Verzögerungen oder Ausfälle von Raten und Zahlungen.

7. Chance nutzen

Auch wenn es erst nicht so aussieht, so birgt doch jede Krise eine Chance in sich. Sie können sich vom „normalen“ Tagesgeschäft erholen. Längst fällige Projekte können nun erledigt werden. Lenken Sie Ihr Augenmerk auf Ihre Organisationsstruktur, auf Ihr USP, auf ständig wiederkehrende Probleme wie Mitarbeitermangel oder das fehlende Marketingkonzept.

 Nehmen Sie sich jetzt die Zeit aufzuräumen! Und zwar innerbetrieblich. Wo sind Ihre Problemstellen und wie können Sie diese beseitigen. Möglicherweise entsteht so ein ganz neues Betriebskonzept. Neue Ideen und Wege werden gefunden. Machen Sie doch jetzt gleich eine neue Jahreszielplanung – oder passen Sie eine komplette Balanced Score Card an. Es gibt so viel zu tun, in einem Hotel, vor allem bei den KMU Betrieben, für das im operativen Geschäft einfach die Zeit fehlt. Nutzen Sie die Zeit jetzt und Sie werden sehen, Sie fühlen sich besser.

In diesem Sinne wünsche ich allen Touristikern viel Kraft und Mut in der Zeit der Krise. Auch wenn Sie lange dauert, hoffe ich für uns alle, dass wir daraus lernen können und begangene Fehler nicht wiederholen!

HM Consulting

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