Ein Betrieb, der über Jahrzehnte aufgebaut wurde, ist mehr als ein Unternehmen. Er ist Lebenswerk, Zuhause und oft Familiengeschichte. Wenn die Übergabe näher rückt, stehen deshalb nicht nur Zahlen auf dem Spiel, sondern auch Beziehungen. Für Übergeber und Übernehmer ist die Nachfolge eine der größten Herausforderungen im Berufsleben.

Eine Übergabewelle, die viele betrifft

In Österreich steht in den kommenden Jahren ein großer Teil der Betriebe vor der Übergabe. Laut Wirtschaftskammer Österreich sind es bis 2035 rund 56.600 Arbeitgeberunternehmen mit fast 780.000 Arbeitsplätzen. In der Hotellerie gilt: Rund die Hälfte der etwa 6.300 Betriebe steht in den nächsten zehn Jahren vor dieser Frage, ein Fünftel davon schon in den nächsten drei Jahren.

Jede gelungene Nachfolge sichert laut einer Studie der KMU Forschung Austria im Schnitt 14 Arbeitsplätze und rund 1,1 Millionen Euro direkte Wertschöpfung pro Jahr. Außerdem erhöht mehr als die Hälfte der Nachfolger nach der Übernahme die Investitionen.

Richtig vorbereiten: Der Weg zur Übergabe

  • Früh beginnen: Eine erfolgreiche Nachfolge beginnt laut Creditreform mehrere Jahre vor der eigentlichen Übergabe. In der Praxis wird der Prozess oft zu spät gestartet.
  • Einen konkreten Plan erstellen: Bewertung, Finanzierung, rechtliche und steuerliche Fragen sowie Zeitschienen sollten schriftlich festgehalten werden.
  • Den Nachfolger einbinden: Wer früh Verantwortung übernimmt, lernt den Betrieb von innen kennen. Ein gutes Zeitmanagement des Übergebers und eine frühe Einbindung des Übernehmers zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren.
  • Investitionsstau vermeiden: Wird vor der Übergabe nicht mehr investiert, sinkt der Wert des Betriebs und die Chancen auf eine Nachfolge verschlechtern sich.
  • Offen kommunizieren: Mitarbeiter, Gäste und Lieferanten sollten rechtzeitig und ehrlich informiert werden.

Warum Begleitung so wichtig ist

Die größten Hürden sind selten nur fachlicher Natur. Oft geht es um Emotionen, unterschiedliche Erwartungen und die Frage, wie man loslässt. Laut Creditreform sehen 70 Prozent der potenziellen Übergeber die Finanzierung durch den Nachfolger als Herausforderung, 66 Prozent die steuerliche Belastung.

Eine neutrale Begleitung hilft, beide Seiten an einen Tisch zu bringen, Fragen zu ordnen und Entscheidungen auf einer klaren Basis zu treffen. Ich biete Ihnen genau diese Begleitung an: vom ersten Gespräch über die Planung bis zur Übergabe.

Wichtig: Ich ersetze weder Ihren Steuerberater noch eine rechtliche Beratung durch Rechtsanwalt oder Notar. Vertragsgestaltung, Haftungsfragen und steuerliche Details gehören in die Hände der entsprechenden Fachleute. Ich sorge dafür, dass alle Beteiligten rechtzeitig dort landen.

Die häufigsten Fehler bei der Nachfolge

  • Zu spät anfangen. Viele Übergeber starten erst, wenn der Wunsch nach Rückzug bereits sehr konkret ist.
  • Ohne schriftlichen Plan arbeiten. Eine formalisierte Planung wird häufig unterschätzt.
  • Den Nachfolger nicht einbinden. Ohne echte Verantwortung fehlt dem Übernehmer die Erfahrung, und dem Übergeber fällt das Loslassen schwerer.
  • Den Betrieb vor der Übergabe ausbluten lassen. Investitionsstau mindert den Wert und die Attraktivität.
  • Finanzierung und Kaufpreis unrealistisch ansetzen. Ohne fundierte Bewertung und Finanzierungsplan scheitern viele Übernahmen.
  • Die emotionale Ebene ignorieren. Laut einer Auswertung bleiben 39 Prozent der Übergeber nach der Übergabe formell oder informell im Betrieb tätig. Klare Rollen von Anfang an verhindern Konflikte.
  • Förderungen übersehen. Das ist einer der häufigsten und vermeidbarsten Fehler.

Förderungen: Ein unterschätztes Potenzial

Viele Betriebe wissen nicht, welche Unterstützung es gibt. In der Steiermark zum Beispiel:

  • Nachfolgeberatung der WKO Steiermark: Beratung zu Recht, Steuern und Betriebswirtschaft sowie Finanzierungs- und Förderberatung.
  • Nachfolgebörse: Sie bringt übergabebereite Betriebe und potenzielle Nachfolger zusammen.
  • Förderungen von SFG und AWS: Dazu zählen Zuschüsse für Beratungsleistungen, geförderte Kredite und Haftungsübernahmen.
  • Landesförderungen: Das Land Steiermark bietet Programme für Betriebsnachfolger. Diese bestehen in der Regel ohne Rechtsanspruch und werden nach Prüfung ausbezahlt.
  • Und noch einige weitere wie geförderte Kredite für Jungunternehmer und Zuschüsse über die ÖHT

Welche Förderung passt, hängt von Betrieb, Region und Zeitpunkt ab. Genau hier helfe ich Ihnen: Ich prüfe mit Ihnen die Möglichkeiten, bereite die Unterlagen vor und zeige Fristen und Voraussetzungen auf.

Ihr nächster Schritt

Planen Sie eine Übergabe oder möchten Sie einen Betrieb übernehmen? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu starten. Schreiben Sie mir an **info@hm-tourismusconsulting.com**, und wir besprechen gemeinsam, wie Ihre Nachfolge gelingen kann.

 

 

Quellen